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Costa Concordia - Havarie 2012 Print E-mail

collision_of_costa_concordia.jpgDie Costa Concordia wurde am 8. November 2004 mit der Baunummer 6122 auf der italienischen Werft Fincantieri in Sestri Ponente auf Kiel gelegt und schwamm am 2. September 2005 im Baudock auf. Am 29. Juni 2006 wurde sie als bis dahin größtes italienisches Kreuzfahrtschiff an die Reederei Costa Crociere abgeliefert.

Die Taufe des Schiffes fand am 7. Juli 2006 im Hafen von Civitavecchia statt, Taufpatin war das tschechische Top-Model Eva Herzigová, der es nicht gelang, die Champagnerflasche am Bug zerschellen zu lassen, was abergläubischen Menschen als schlechtes Vorzeichen gilt. Die Jungfernfahrt begann am 15. Juli 2006 in Savona.

Das bunte Innendesign orientierte sich an den Ländern Europas, nach denen auch die Decks benannt sind. Gestaltet wurde die Einrichtung von dem amerikanischen Designer Joseph Farcus, der alle neuen Costa-Schiffe seit der Costa Atlantica sowie die meisten Carnival-Schiffe gestaltet hat.

Erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff gab es einen hydraulischen Formel-1-Simulator, der gegen Gebühr benutzt werden konnte. Das Schiff beherbergte zudem das weltweit größte Wellness-Center an Bord eines Schiffes.

Die Costa Concordia lief gegen 19 Uhr am 13. Januar 2012 aus dem Hafen von Civitavecchia aus. Sie befand sich auf dem Weg nach Savona auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer, die dann weiter über Marseille, Barcelona, Palma, Cagliari und Palermo führen sollte.

Die Insel Giglio wurde relativ dicht auf ihrer Ostseite passiert, wie dies auch früher schon mehrfach geschehen war, offenbar um die Insel mit dem Schiffshorn zu grüßen, wie auch auf einem Video aus 2011 zu sehen. Ebenfalls im Jahr 2011 hat sich der Bürgermeister von Giglio beim damaligen Kapitän nach einer solchen Vorbeifahrt schriftlich bedankt. Einer ersten Rekonstruktion kurz nach dem Unglück zufolge rammte das Schiff gegen 22:00 Uhr einen Felsen. Nachdem Wasser in das Schiff eingetreten war, habe der Kapitän versucht, den Hafen der Insel Giglio anzusteuern, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern, sagte die betreibende Kreuzfahrtgesellschaft.

Derzeit liegt das Schiff mit ca. 80 Grad Schlagseite auf Grund in der Position (42° 21′ 57″ N, 10° 55′ 18″ O).

Die meisten der rund 3200 Passagiere der Costa Concordia saßen beim Abendessen, als das Kreuzfahrtschiff auf Grund lief. Ein heftiger Stoß habe das Schiff erschüttert, Teller und Gläser seien zu Bruch gegangen, gaben Passagiere später an. Zunächst passierte nichts, was später in den Medien heftig kritisiert wurde. Nach ca. einer Stunde wurden die Passagiere aufgefordert, ihre Rettungswesten anzulegen, bald darauf gab der Kapitän das Signal zur Evakuierung des Schiffes. Einige Reisende sprangen in Panik über Bord, da die Insel Giglio nur wenige Hundert Meter von der Unglücksstelle entfernt lag. Die Küstenwache teilte mit, der erste Notruf des Schiffes sei gegen 22.30 Uhr eingegangen, also etwa drei Stunden, nachdem das Schiff abgelegt hatte.

Das Schiff war mit einem Felsen kollidiert. Ein Teil des Riffs blieb nach der Kollision im Schiffsrumpf stecken. Unklar war zunächst, ob die Costa Concordia zum Zeitpunkt der Havarie noch voll manövrierfähig war. Die Crew hatte einige Stunden nach dem Ablegen in Civitavecchia technische Probleme an die Hafenbehörde gemeldet. Passagiere erzählten, die Crew habe von einem "technischen Defekt" gesprochen. Als Kollisionsfelsen wird in der italienischen Presse das Riff „Le Scole“ benannt, das sich knapp südlich des Ortes Giglio Porto in unmittelbarer Landnähe befindet.

Eine Übersicht der letzten Schiffspositionen vor dem Unglück sowie die Endlage findet man über das AIS auf www.marinetraffic.com. An Bord waren zum Unglückszeitpunkt 4.229 Menschen, davon etwa 1.000 Besatzungsmitglieder.

Die meisten Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten in Rettungsbooten und herbeigeeilten Schiffen auf die nur wenige Hundert Meter entfernte Insel Giglio gebracht werden. Als das Kreuzfahrtschiff immer mehr Schlagseite bekommen habe, wurden nach Angaben der Küstenwache auch Hubschrauber eingesetzt. Rettungsmannschaften berichteten, sie hätten bis zu 150 Menschen aus dem Meer gefischt und an Land gebracht. Das Schiff wurde vollständig evakuiert.

Auch Stunden nach der Katastrophe war die Zahl der Vermissten unklar: 36 Stunden nach dem Unglück konnte noch ein Besatzungsmitglied aus dem Wrack geborgen werden, damit sank die Zahl der Vermissten auf 15. Die Leichen der fünf Opfer wurden nach Angaben der Küstenwache geborgen. Rund 30 Menschen wurden verletzt.

Der Einsatz der Rettungskräfte, wie der Küstenwache und anderer Kräfte wurde durch die schwere Schlagseite der Costa Concordia erschwert. Einen Tag nach dem Unglück neigte sich das Schiff um 80 Grad nach Steuerbord. Zudem klaffte ein etwa 70 Meter langer Riss in der Backbordseite. Deutlich sichtbar war bei Tag ein Felsstück, das im Rumpf steckte. Nach Angaben der Feuerwehr gab es auch auf der Steuerbordseite des Schiffs Beschädigungen des Rumpfes. Bei Tagesanbruch des 14. Januar suchten Rettungsmannschaften in dem Schiff und auf dem Meer noch nach Vermissten. Die Küstenwache sagte, es handele sich um „eine gefährliche Suche“, denn das Schiff könnte weiter sinken. Dennoch suchte die Küstenwache im Inneren des Schiffes. „Wir müssen wissen, ob da noch Menschen sind. Vielleicht leben sie noch, eingeklemmt in einem Hohlraum. Und deshalb machen wir weiter unter sehr schwierigen Bedingungen“, sagte ein Sprecher der Küstenwache. In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar wurden drei weitere Überlebende aus dem Schiffsrumpf gerettet.

Die Passagiere wurden in Schulen, Hotels und Kirchen weiter versorgt.

Der Kapitän Francesco Schettino sowie der erste Offizier wurden auf Anweisung der italienischen Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen. Neben dem Verdacht der fahrlässigen Tötung sowie des Schiffbruchs wurde ihnen vorgeworfen, das Schiff schon Stunden vor Abschluss der Evakuierung verlassen zu haben.

Passagiere sagten nach dem Unglück aus, an Bord sei Panik ausgebrochen, die Rettung sei viel zu spät eingeleitet worden und zudem chaotisch abgelaufen. Sie werfen der Crew vor, zu wenig ausgebildet worden zu sein und daher nicht richtig reagiert zu haben, sowie zum Teil selbst geflüchtet zu sein, statt den Passagieren zu helfen. Außerdem sei die Koordination schlecht verlaufen und viele Passagiere wären in keinster Weise über die Lage aufgeklärt worden. Zudem kommt noch, dass die Crew zunächst angab, dass es nur Probleme mit dem Generator gab und erst eine Stunde nach der Kollision der Alarm ausgelöst worden sei. Die Reederei "Costa Crociere" nannte das Unglück eine „bestürzende Tragödie“.

 
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