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Blues-Gitarrist Gary Moore gestorben Print E-mail

gary_moore_.jpg1975 grundete Moore zusammen mit dem Keyboarder Don Airey, dem Schlagzeuger Jon Hiseman, dem Bassisten Neil Murray und dem Sanger Mike Starrs die Jazzrock-orientierte Formation Colosseum II. 1977 loste sich die Band auf. Moore arbeitete weiter als Studiomusiker und beteiligte sich an Alben von Andrew Lloyd Webber, Rod Argent und Gary Boyle.

1978 startete Moore erneut einen Solo-Versuch mit dem Album Back on the Streets, das die erfolgreiche Single Parisienne Walkways enthalt, eine Zusammenarbeit mit Phil Lynott, die bis zuletzt Teil von Gary Moores Live-Repertoire war. 1979 spielte Moore mit Thin Lizzy das Album Black Rose ein. Danach grundete er mit Mark Nauseef das kurzlebige Projekt G-Force und wurde Gitarrist in der Band von Greg Lake.

In den nachfolgenden Jahren etablierte sich Moore nach und nach als Gitarrenvirtuose im Hardrock/Heavy-Metal-Geschaft. Das ehemalige UFO-Mitglied Neil Carter wurde 1983 zu einem wichtigen Co-Musiker fur Gary Moore. Mit Corridors of Power (1982) und Victims of the Future (1983) etablierte sich Moore im Hardrock.

Das Album Victims of the Future enthalt mit der Ballade Empty Rooms eines seiner bekanntesten Stucke. Spatestens mit dem Album Run for Cover (1985) war Gary Moore eine feste Gro?e als Blues- und Rockgitarrist. Das Album enthalt unter anderem die Single Out in the Fields, an der auch Phil Lynott beteiligt war.

Seine Position als stilistisch vielseitiger Hardrock-Gitarrist und versierter Sanger festigte Moore mit dem Album Wild Frontier (1987), das durch Irish-Folk-Einflusse gepragt ist. Wild Frontier ist Phil Lynott gewidmet. Die Widmung – „for Philip“ – ist auf der Plattenhulle sehr klein aufgedruckt, aber es findet sich mit der Zeile „And I remember a friend of mine, So sad now that he’s gone“ auch im Titelsong des Albums eine Reverenz an den verstorbenen Freund. Der auf dem Album enthaltene Song Johnny Boy ist ebenfalls ein Tribut an Phil Lynott. Wild Frontier blieb Gary Moores einziges Celtic-Rock-Album, auch wenn der Nachfolger After the War (1989) weitere irische Einflusse (zum Beispiel im Lied Blood of Emeralds) widerspiegelte. Wild Frontier enthalt mit der Single Over the Hills and Far Away eines der bedeutendsten Lieder des Celtic Rock.

After the War (1989) beschaftigt sich thematisch unter anderem mit dem Nordirlandkonflikt (Blood of Emeralds) und dem Vietnamkrieg (After the War). Des Weiteren au?erte er sich in Led Clones (mit Ozzy Osbourne) kritisch uber Rockbands wie Kingdom Come, die sich zu sehr an Vorbildern wie Led Zeppelin orientierten, ohne eine klare eigene musikalische Identitat zu entwickeln. Auch auf diesem Album erinnerte Moore an seinen verstorbenen Freund Lynott: „…the darkest son of Ireland, he was standin’ by my side.“ (Blood of Emeralds).

1990 wechselte Moore seinen Stil von hartem Rock zu Blues und konnte mit dem Album und der gleichnamigen Single Still Got the Blues einen weltweit gro?en Erfolg verbuchen. An dem Album wirkten mit Albert King und Albert Collins zwei einflussreiche Bluesgitarristen mit; auch George Harrison von den Beatles ist als Autor und Gitarrist bei einem Song vertreten. Das nachfolgende Album After Hours erschien 1992 und war ahnlich konzipiert, als Gastmusiker trat diesmal B. B. King auf. Allerdings konnten die Singles Cold Day in Hell sowie Separate Ways nicht ganz an den Erfolg von Still Got the Blues anknupfen.

Neben weiteren Solo-Bluesalben tat sich Moore 1994 mit Ginger Baker und Jack Bruce, die in den 1960er Jahren mit Eric Clapton die Band Cream bildeten, fur das Album Around the Next Dream unter dem Namen BBM (steht fur Bruce-Baker-Moore) zusammen, das zunachst als Soloalbum Moores geplant war. Obwohl von den Musikern selbst ein Zusammenhang bestritten wurde, klingt BBM wie eine Neuauflage von Cream, bei der Moore den Part von Clapton ubernahm.

Nach dem Peter-Green-Tribute-Album Blues For Greeny aus dem Jahr 1995 veroffentlichte Gary Moore 1997 Dark Days in Paradise. Auf diesem Album experimentierte Moore mit modernen Rocksounds. Mit A Different Beat folgte 1999 das vielleicht untypischste Album; so experimentierte Moore hier unter anderem mit Hip Hop und Drum’n Bass-Sounds. Im Jahr 2001 wandte sich Moore mit dem passend Back to the Blues betitelten Album wieder dem Blues zu. 2002 grundete Gary Moore zusammen mit Cass Lewis (ex-Skunk Anansie) und Darrin Mooney (ex-Primal Scream) das Bandprojekt Scars. Im Jahr 2003 war Gary Moore im Vorprogramm von Whitesnake wahrend der „Monsters of Rock“-Tournee in Gro?britannien unterwegs. Wahrend dieser Tournee spielte er erstmals seit langeren Jahren wieder Stucke aus seiner Hardrockzeit. Im folgenden Jahr 2004 widmete sich Moore mit dem Album Power of the Blues erneut dem Blues.

Am 20. August 2005 wurde in Dublin eine Gedenkstatue an den 1986 verstorbenen Thin-Lizzy-Frontmann Phil Lynott enthullt. Beim Gedachtniskonzert fur Lynott bildete Gary Moore mit Brian Downey (Schlagzeug) und Jonathan Noyce (Bass) die Backingband fur zahlreiche Lieder, Weggefahrten und Bandkollegen. Mit Brian Robertson, Eric Bell und Scott Gorham spielte Gary Moore zahlreiche Hits aus der Geschichte der Band Thin Lizzy sowie einige seiner eigenen Lieder.

Mit Old New Ballads Blues (2006) orientierte sich Gary Moore starker am Slow Blues. Gleich zwei der Stucke auf diesem Album sind Neuaufnahmen von Titeln seines bis dato erfolgreichsten Bluesalbums, Still Got the Blues. Daneben sind Coversongs der Bluesveteranen Otis Rush und Willie Dixon vertreten. 2007 und 2008 erschienen die Blues-Rock-Alben Close as You Get und Bad for You, Baby, die neben eigenen Kompositionen auch Coversongs enthalten und wieder etwas schnellere Bluesstucke wie beispielsweise Thirty Days aufgreifen. Gary Moore bestritt zuletzt 2007 und 2009 Tourneen in Deutschland.

Ende 2009 erklarte Gary Moore in einem Interview in Budapest, dass er nur noch ein Blues-Album aufnehmen und damit die Verpflichtungen gegenuber seiner Plattenfirma Eaglerock erfullen werde. Danach sollte ein Celtic-Rock-Album im Stil von Wild Frontier (1987) folgen. Dazu strebte er eine Zusammenarbeit mit der irischen Folkband The Chieftains an. Bereits 2005 erklarte Moore gegenuber dem japanischen Magazin Burrn, dass er einige Stucke verfasst hatte, jedoch benotige ein Album eine langere Vorbereitungszeit.

Gary Moore wurde am 6. Februar 2011 im Alter von 58 Jahren tot in einem Hotelzimmer im spanischen Estepona (Costa del Sol) aufgefunden. Das berichteten sowohl Sky News als auch BBC, die sich dabei auf das Management von Gary Moore berufen. Die Todesursache ist bisher noch nicht bekannt.
 

 
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