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Anschlge in Norwegen 2011 Print E-mail

royk.jpgAls Tatverdächtiger wurde der Norweger Anders Behring Breivik am späten Abend des 22. Juli auf Utøya festgenommen. Breivik gestand, das Feuer im Jugendlager eröffnet zu haben. Nach einem zweiten möglichen Täter wird gefahndet.

Die Explosion ereignete sich im Regierungsviertel in der Grubbegata zwischen dem Öl- und Energieministerium und einem 17-stöckigen Hochhaus, in dem mehrere Ministerien und das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg untergebracht waren. Durch die Explosion wurden beide Gebäude sowie das Verlagsgebäude der Boulevardzeitung Verdens Gang (VG) stark beschädigt. Im Öl- und Energieministerium entstand in den oberen Stockwerken ein Brand. Die Druckwelle der Explosion zerstörte Fenster im Umkreis von einem Kilometer. Es lagen Trümmerteile in den Straßen rund um den Anschlagsort. Die Druckwelle war noch in zwei Kilometern Entfernung spürbar und bis über sechs Kilometer weit hörbar.

Aufgrund der Vorfälle wurde zunächst der Hauptbahnhof von Oslo evakuiert. Außerdem wurden zwei Einkaufszentren und die Büros von Zeitungen, dem Sender TV 2 und der Nachrichtenagentur NTB evakuiert. Weiterhin wurde der Flughafen Oslo-Gardermoen durch zusätzliche bewaffnete Polizisten geschützt, alle ein- und ausfahrenden Fahrzeuge wurden angehalten und durchsucht. Zusätzlich zu Rettungskräften und den polizeilichen Sicherheitskräften wurden in Oslo Militärpolizei und Soldaten der norwegischen Streitkräfte eingesetzt. Die Innenstadt und das Regierungsviertel von Oslo wurden großräumig gesperrt.

Von 16:30 Uhr bis etwa 18 Uhr kam es auf dem Gelände eines Sommercamps auf der Insel Utøya rund 30 Kilometer nordwestlich von Oslo im Tyrifjord, Provinz Buskerud, zu einem Attentat mit mindestens 85 Toten. Vier Jugendliche werden noch vermisst.

Das Sommercamp wurde von der Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF), der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiderpartiet, veranstaltet. Dort hätte am Tag nach der Tat der Ministerpräsident Jens Stoltenberg eine Rede halten sollen. Stoltenberg war zum Zeitpunkt des Anschlags auf das Ferienlager bereits unter Polizeischutz an einem unbekannten Ort.

Auf dem Gelände befanden sich etwa 560 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Der Täter gab sich als Polizist aus, welcher eine Personenkontrolle durchführen wollte. Laut dem norwegischen Sender NRK berichteten Augenzeugen, dass es sich um einen 1,85 bis 1,95 m großen blonden Mann handelte, der Handwaffen und automatische Waffen bei sich getragen haben soll. Der Mann schoss etwa 90 Minuten lang auf die Jugendlichen. 40 Minuten nach ihrer Alarmierung traf eine Anti-Terror-Einheit der Polizei auf der Insel ein, worauf er sich sofort ergab und entwaffnen ließ. Die Polizei nahm ihn fest und fand auf der Insel weiteren Sprengstoff.

Die Anti-Terror-Einheit hatte "Schwierigkeiten bei der Beschaffung eines Bootes".

Eine Augenzeugin berichtete von etwa 50 Jugendlichen, die versuchten, durch den Tyrifjord zum 600 Meter entfernten Festland zu schwimmen.

Die Polizei bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass der festgenommene Verdächtige angeblich auch am Tatort in der Osloer Innenstadt gesehen worden sei. Bei dem Verhafteten handelte es sich nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs von Oslo um einen 32-jährigen gebürtigen Norweger namens Anders Behring Breivik. Auf den Inhaber eines Landwirtschaftsunternehmens in Rena sind zwei Waffen im staatlichen Register eingetragen, darunter eine Pistole vom Typ Glock. Aufgrund seiner früheren Tätigkeiten und Äußerungen wird sein politischer Standpunkt als konservativ, christlich, nationalistisch, pro-israelisch und antimuslimisch bis hin zu rechtsextremistisch und christlich-fundamentalistisch beschrieben. Noch in der Nacht zu Samstag durchsuchten Polizeispezialkräfte Breiviks Wohnung in Oslo und den zu Breivik gehörenden Landwirtschaftsbetrieb „GeoFarm“ nach Hinweisen auf die Tat und Informationen über den mutmaßlichen Täter. Dabei wurde bekannt, dass Breivik sich im Mai sechs Tonnen Mineraldünger hatte liefern lassen, die nach Polizeiangaben zum Bombenbau verwendet worden sein könnten.

Seit dem frühen Nachmittag des 23. Juli wird bei den Ermittlungen den Hinweisen auf einen Komplizen nachgegangen. Der Kriminalpolizeisprecher Einar Aas äußerte sich dazu gegenüber der Zeitung Verdens Gang: „Wir haben mehrere übereinstimmende Zeugenaussagen, wonach es einen zweiten Täter geben soll. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das aufzuklären.“

 

 

 
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