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Vettel ist Weltmeister Print E-mail

fiettiel_2011.jpgVettel ist seit seinem siebten Lebensjahr im Motorsport aktiv. Bevor er 2003 seine Karriere im Formelsport startete, war er bereits im Kartsport erfolgreich und gewann unter anderem 2001 die europäische und deutsche Juniorenkartmeisterschaft. Nachdem er 2003 für Eifelland Racing in der deutschen Formel BMW startend bereits in seiner Debütsaison den Vizemeistertitel hinter Maximilian Götz gewonnen hatte, gewann er 2004 mit dem Team Mücke Motorsport den Meistertitel der deutschen Formel BMW und stellte dabei mit 18 Siegen in 20 Saisonläufen einen neuen Rekord auf.

2005 blieb Vettel bei Mücke Motorsport und wechselte in die Formel-3-Euroserie. Vettels Teamkollege wurde Átila Abreu, der im Vorjahr hinter Vettel Vizemeister der deutschen Formel BMW geworden war. Vettel war seinem Teamkollegen überlegen und erzielte sechs Podestplätze. Ein Sieg blieb dem Deutschen allerdings verwehrt. Am Saisonende belegte er den fünften Gesamtrang. Beim prestigeträchtigen Macau Grand Prix wurde Vettel in diesem Jahr hinter Lucas di Grassi und Robert Kubica Dritter. 2006 bestritt Vettel seine zweite Saison in der Formel-3-Euroserie für den französischen Rennstall ASM Formule 3, der in der Vorsaison mit Lewis Hamilton die Meisterschaft gewonnen hatte. Der Deutsche kämpfte mit seinem Teamkollegen Paul di Resta um den Meistertitel und musste sich dem Briten schließlich geschlagen geben. Somit wurde Vettel mit vier Siegen Vizemeister. Außerdem nahm er an zwei Rennwochenenden der World Series by Renault, an denen er ein Rennen für sich entscheiden konnte, teil und erhielt zudem in der Formel 1 einen Testfahrervertrag des BMW Sauber F1 Teams, das ihn seit August 2006 als Freitagstestfahrer einsetzte. Bei seinem Debüt vor dem Großen Preis der Türkei erreichte er als jüngster Fahrer in der Geschichte der Formel 1 den ersten Platz des Freitagstrainings.

In der Saison 2007 war Vettel zunächst als Test- und Ersatzfahrer für das BMW Sauber F1 Team tätig. Da der Einsatz eines dritten Fahrzeugs nicht mehr erlaubt war, musste jeweils einer der beiden Stammpiloten Nick Heidfeld und Robert Kubica das Cockpit während des ersten freien Trainings an Vettel abgeben. Nach Kritik der Betroffenen verzichtete BMW Sauber ab dem dritten WM-Lauf auf den Einsatz Vettels als Freitagsfahrer.

Nach Kubicas schwerem Unfall beim Großen Preis von Kanada 2007 in Montreal meldete BMW Sauber Vettel als Einsatzfahrer für den Großen Preis der USA in Indianapolis. Somit gab er am 17. Juni 2007 sein Formel-1-Renndebüt. In seinem ersten Qualifikationstraining erreichte Vettel den siebten Startplatz. Das Rennen verlief zunächst unbefriedigend. Durch einen Bremsfehler verlor er mehrere Positionen, belegte aber dennoch den achten Platz und erzielte einen WM-Punkt. Damit ist er mit 19 Jahren und 350 Tagen der bisher jüngste Fahrer, der je in einem Formel-1-Rennen in die Punkteränge fuhr.

Am 31. Juli 2007 meldete die Presse, Vettel werde ab dem Großen Preis von Ungarn den US-Amerikaner Scott Speed bei der Scuderia Toro Rosso für den Rest der Saison ersetzen. Voraussetzung dafür war die Freigabe Vettels durch BMW Sauber. Da es dabei zu Verzögerungen kam, musste Vettel das Grand-Prix-Wochenende in Ungarn bestreiten, ohne den Toro Rosso vorher jemals gefahren zu sein. Er wurde Teamkollege des Italieners Vitantonio Liuzzi.

Beim chaotischen Regenrennen zum Großen Preis von Japan in Fuji sorgte Vettel erstmals für Aufsehen, als er mit dem unterlegenen Wagen bis auf Platz drei vorstieß und das Rennen zwischenzeitlich sogar anführte. Während einer Safety-Car-Phase schied er nach einer Kollision mit Mark Webber aus. Anfänglich wurde Vettel die Schuld am Unfall zugesprochen und er wurde für das nächste Rennen um zehn Startplätze zurückversetzt. Ein Amateurvideo des Unfalls entlastete ihn jedoch. Lewis Hamilton hatte mit einem plötzlichen Bremsmanöver den Unfall provoziert, wurde allerdings nicht bestraft. Beim darauffolgenden Großen Preis von China in Shanghai ging er von Startplatz 17 ins Rennen und beendete auf erneut nasser Strecke mit einer passenden Boxenstrategie das Rennen auf dem vierten Platz. Dies war die bisher beste Platzierung, sowohl für Vettel selbst als auch für Toro Rosso, das durch den achten Platz von Liuzzi beim Großen Preis der USA 2006 erst einen Punkt in seiner knapp zweijährigen Formel-1-Zugehörigkeit erringen konnte. Außerdem startete Vettel vor seinem Engagement als Formel-1-Stammpilot in der World Series by Renault und wurde, obwohl er nur an sieben Rennen teilgenommen hatte, Fünfter in der Gesamtwertung.

Für die Saison 2008 war Sébastien Bourdais, der zwischen 2004 und 2007 viermal in Folge die amerikanische Champ-Car-Serie gewinnen konnte, als Vettels neuer Teamkollege bei Toro Rosso gemeldet. Obwohl Sebastian Vettel die ersten vier Rennen nicht beenden konnte, deutete bereits der siebte Platz Bourdais' im ersten Rennen die im Vergleich zu 2007 größere Konkurrenzfähigkeit des Toro Rosso an. Mit einem fünften Platz in Monaco und weiteren Punkteplatzierungen in Kanada, Hockenheim, Valencia und im verregneten Spa konnte Vettel dann mit konstanter Leistung überzeugen und ließ dabei nicht nur seinen Teamkollegen, sondern auch das größere Schwesterteam Red Bull und etliche Werkspiloten regelmäßig hinter sich.

Am 13. September 2008 eroberte Sebastian Vettel beim verregneten Qualifying für den Großen Preis von Italien in Monza seine erste Pole-Position. Er ist damit – im Alter von 21 Jahren und 73 Tagen – der jüngste Fahrer auf dem ersten Startplatz in der Formel-1-Geschichte. Im Rennen holte sich Vettel tags darauf den ersten Sieg seiner Karriere, der ihn zum bisher jüngsten Formel-1-Grand-Prix-Sieger machte.

Vettel überzeugte in der zweiten Saisonhälfte aber nicht nur durch den Sieg in Monza, sondern auch durch seine Kontinuität, mit der er in die Punkteränge fuhr. Zum Abschluss der Saison machte er mit einem vierten Platz in Brasilien noch mal auf sich aufmerksam – zumal er kurz vor Schluss sogar den späteren Weltmeister Lewis Hamilton überholte und damit dessen WM-Triumph noch mal in Frage stellte. Das Jahr 2008 beendete Vettel mit 35 Punkten auf dem überraschenden achten Platz der Fahrerwertung. Damit lag er weit vor seinem Teamkollegen Bourdais (vier Punkte), aber auch vor den Red-Bull-Kollegen Webber (21) und Coulthard (acht). Zudem verbuchte Vettel mit seinem Erfolg in Monza den ersten Grand-Prix-Sieg eines nicht werksunterstützten Teams seit fünf Jahren – zuletzt war dies Giancarlo Fisichella 2003 mit Jordan beim Großen Preis von Brasilien gelungen.

2010 bilden Vettel und Webber erneut das Fahrerduo von Red Bull. Bei den ersten beiden Rennen stand Vettel auf der Pole-Position und verlor die Führung wegen technischer Probleme. Während er beim Saisonauftakt in Bahrain mit einer defekten Zündkerze noch auf dem vierten Platz ins Ziel kam, fiel er in Australien aus, nachdem er zuvor via Boxenfunk über Vibrationen an der Vorderachse geklagt hatte. Diesmal war eine lockere Radmutter für den Ausfall verantwortlich. Beim dritten Grand Prix in Malaysia übernahm Vettel erneut die Führung. Diesmal funktionierte sein Rennwagen bis zum Rennende und er gewann das Rennen vor Webber. Nach Platz sechs in China stand Vettel beim Europaauftakt in Spanien als Dritter erneut auf dem Podest, obwohl er wegen Reifenproblemen einen zusätzlichen Stopp absolvieren musste. Eine Woche später wurde er hinter seinem Teamkollegen Zweiter beim prestigeträchtigen Großen Preis von Monaco.

Beim Großen Preis der Türkei geriet Vettel nach einer Kollision mit seinem Teamkollegen Webber in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der Deutsche lag hinter seinem Teamkollegen auf dem zweiten Platz. Beim Versuch ihn zu überholen kollidierten die beiden und Vettel schied aus. Nach dem Rennen gab es einige Diskussionen über die Schuld an der Kollision, die die Piloten auf den jeweils anderen schoben. Nach Platz vier in Kanada, erzielte der Red-Bull-Pilot beim Großen Preis von Europa seinen zweiten Saisonsieg. Bei den nächsten drei Rennen konnte er zwar jeweils die Pole-Position erzielen, zu weiteren Siegen reichte es jedoch nicht. Beim Großen Preis von Großbritannien belegte er trotz eines Reifenschadens in der ersten Runde den siebten Platz und bei seinem Heimrennen in Deutschland sowie beim Großen Preis von Ungarn wurde er Dritter. In Ungarn übernahm er zunächst die Führung, verlor diese aber im Rennen, da er in einer Safety-Car-Phase einen zu großen Abstand zum vor ihm fahrenden Webber hielt und mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde.

Auf der Traditionsstrecke Spa-Francorchamps beim Großer Preis von Belgien verpasste Vettel mit Platz 15 erneut die Punkteränge. Nach einem gescheiterten Überholversuch gegen Button, bei dem der Brite ausschied, fiel Vettel nach einem Reparaturstopp und einer Durchfahrtsstrafe, die er als Verursacher der Kollision erhalten hatte, auf den vorletzten Platz zurück. Später wurde er von Liuzzi bei einem Überholmanöver am Hinterreifen gestreift und musste die Runde bis zurück zur Box mit defektem Hinterreifen zurücklegen. Beim nächsten Rennen in Italien erreichte er im Qualifying mit einem sechsten Platz seine schlechteste Startposition der Saison. Nach einem turbulenten Rennen, das Vettel mit Bremsproblemen beinahe vorzeitig beendet hätte, kam er schließlich als Vierter ins Ziel. Der Rennfahrer profitierte von einer anderen Taktik und zögerte seinen Pflichtboxenstopp bis zur vorletzten Runde heraus. Beim Großen Preis von Singapur fuhr er bis zum Ende gegen Fernando Alonso um den Sieg. Er schaffte es jedoch nicht an dem Spanier vorbei und wurde Zweiter.

Ein Rennen später, beim Großen Preis von Japan, erzielte Vettel seinen dritten Saisonsieg, indem er ungefährdet an der Spitze fuhr. Beim nächsten Rennen, dem ersten Großen Preis von Korea, konnte Vettel an die Leistung aus Japan anknüpfen. Er führte das Rennen lange Zeit an und hätte zum ersten Mal in seiner Karriere die Weltmeisterschaftsführung übernommen, wenn er nicht nach 45 Runden in Führung liegend mit einem Motorschaden ausgefallen wäre. In Brasilien behielt er mit einem Sieg vor Webber seine Chance auf den Weltmeistertitel. Vor dem letzten Saisonrennen, dem Großen Preis von Abu Dhabi belegte Vettel den dritten Platz in der Fahrerwertung. Von der Pole-Position startend entschied er das Rennen für sich und gewann den Weltmeistertitel mit vier Punkten Vorsprung auf Alonso, der Siebenter wurde. Mit dem Titelgewinn wurde Vettel mit einem Alter von 23 Jahren und 134 Tagen zum bisher jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Vettel startete in der Saison 2010 mit zehn Pole-Positions bei über der Hälfte aller Rennen von der ersten Position.

Nach der Saison wurde Vettel als deutscher und europäischer Sportler des Jahres ausgezeichnet.

Vettel zeigte in der Saison 2011 im Red Bull RB7 dominante Leistungen. Nach dem 15. Rennen stand er 14 mal auf dem Podium, gewann dabei 9 Rennen und startete 12 mal von der Pole-Position. Er führte die Weltmeisterschaft nach jedem Rennen an.

Nach zwei Siegen am Saisonbeginn in Australien und Malaysia, hatte Vettel beim dritten Rennen, dem Großen Preis von China erneut Siegchancen. Er setzte allerdings auf eine Zwei-Stopp-Strategie, wodurch er am Ende des Rennens nicht mehr so gute Reifen wie seine Gegner, die einen weiteren Stopp absolviert hatten, verfügte. Wenige Runden vor dem Ende des Rennens überholte ihn schließlich Hamilton und Vettel kam auf dem zweiten Platz ins Ziel. Bei den nächsten drei Grand Prix in der Türkei, Spanien und Monaco erzielte Vettel weitere Siege, mit zum Teil knappen Vorsprung. In Kanada führte Vettel das Rennen von der Pole-Position startend 68 von 70 Runden an. In der letzten Runde machte er, nachdem er von Button unter Druck gesetzt worden war, einen Fahrfehler, der Button ein Überholmanöver ermöglichte. Nachdem er beim Großen Preis von Europa von der Pole-Position startend den Sieg und die schnellste Rennrunde erzielt hatte, folgte in Großbritannien ein weiterer zweiter Platz. Durch einen fehlerhaften Boxenstopp verlor Vettel die Führung an Alonso und es gelang ihm im weiteren Verlauf des Rennen nicht, in Schlagdistanz zum späteren Sieger zu kommen.

Bei seinem Heimrennen, dem Großen Preis von Deutschland startete Vettel zum ersten Mal in der Saison nicht aus der ersten Startreihe und stand mit einem vierten Platz ebenfalls zum ersten Mal in der Saison nicht auf dem Podium. Nach einem weiteren zweiten Platz in Ungarn gewann Vettel die Großen Preise von Belgien, Italien und Singapur. In Japan reichte dann vier Rennen vor Saisonende ein dritter Platz zur vorzeitigen Titelverteidigung. Vettel übernahm damit den Rekord des jüngsten Doppelweltmeisters im Alter von 24 Jahren und 98 Tagen von Alonso.

Mitte März 2011 wurde bekannt, dass Vettel seinen Vertrag mit Red Bull Racing vorzeitig bis zum Ende der Saison 2014 verlängert hat.

Vettel kam durch seinen Vater Norbert zum Motorsport. Dieser hatte ihn bereits mit dreieinhalb Jahren erste Runden im eigenen Kart drehen lassen und ihm zu Weihnachten ein 60-cm³-Bambini-Kart geschenkt, mit dem er auch seine ersten Kartrennen bestritt. Vettels Aussagen zufolge unterstützten ihn beide Elternteile, auch Mutter Heike, stets während seiner sportlichen Entwicklung. Als sein größtes Vorbild bezeichnet er Michael Schumacher, dessen Ehrgeiz und stets 100-prozentigen Einsatz er bewundere. Vettel hat zwei Schwestern und einen Bruder. Er lebt in einer festen Beziehung.

Während er bereits erfolgreich in der Formel-3-Euroserie fuhr, schloss Vettel seine schulische Laufbahn im April 2006 mit einem Abitur-Schnitt von 2,8 ab, wobei er seine letzte schriftliche Prüfung nur vier Tage vor seinem ersten Sieg in der Formel 3 ablegte.

Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen hat Sebastian Vettel keinen Manager, sondern regelt seine geschäftlichen und vertraglichen Angelegenheiten selbst. 2009 kaufte er den Bauernhof „Neumüli“ zwischen Ellighausen und Hugelshofen in der politischen Gemeinde Kemmental (Kanton Thurgau, Schweiz), unweit von Kreuzlingen/Konstanz am Bodensee. Im März 2010 wurde bekannt, dass Vettel in sein neues Heim eingezogen ist. 

 
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